Atlas (04/19)

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Simon
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Atlas (04/19)

Beitrag von Simon » Freitag 27. Dezember 2019, 19:01

Möchte mich vorab entschuldigen hier einen Trailer zu einem bereits vor über 6 Monaten gelaufenen Film zu posten. Doch habe ich das dringende Bedürfnis auch euch diese deutsche Perle zu empfehlen, der genau wie beispielsweise "Mein Anfang. Dein Ende" komplett unter dem Radar lief.

Ich habe den Film gestern gesehen. Für mich zweifellos einer der besten gesehenen Filme des Jahres 2019, wenn nicht sogar DER beste. Wahnsinnig intensiv, aufwühlend und grandios gespielt. Ein Film, den man erstmal sacken lassen muss und ein weiteres Gegenbeispiel zu „Das perfekte Geheimnis“, zum Schweiger - Antikino und anderen Mainstream-Konsorten, welches zeigt wozu das deutsche Kino mit geringen Mitteln in der Lage ist. Euren Daten zufolge: in etwa 20.400 Zuschauer in nur 52 Kinos. Traurig!


Mattis
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Re: Atlas (04/19)

Beitrag von Mattis » Freitag 27. Dezember 2019, 19:50

Wer hat der Menschheit eigentlich den Floh ins Ohr gesetzt, dass die obligatorisch zerstörten Seelen im deutschen Kino als DAS Gegenstück zu den ach so lästigen Mainstream-Komödien stehen?

"Das Perfekte Geheimnis" braucht kein kein Gegenbeispiel und Schweiger ist auch kein Anti-Kino.
Er ist, ganz unabhängig vom eigenen Geschmack, ein Herzstück des deutschen Kinos und ich finde es weiterhin unverschämt, seine Millionen Zuschauer abwertend über einen Kamm zu scheren.

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Re: Atlas (04/19)

Beitrag von Mara » Freitag 27. Dezember 2019, 22:32

Ich schließe mich an; auch für mich war "Atlas" einer der Top-Filme 2019. Wobei ich durchaus auch Spaß am "Perfekten Geheimnis" und anderen "leichteren" deutschen Filmen hatte. Es hat beides seine Existenzberechtigung und man sollte nicht das eine gegen das andere ausspielen - jeder Erfolg, ob nun künstlerisch oder kommerziell oder beides, ist wertvoll. :)

Mara
Kinojahr 2020: 22 Besuche, 169 €, TOP: Rosa Kaninchen, Lindenberg, Jojo Rabbit, Narziss und Goldmund, Mein Ende. Dein Anfang., New Mutants, Jim Knopf, Cortex, Hello Again
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Re: Atlas (04/19)

Beitrag von Simon » Freitag 27. Dezember 2019, 23:34

Mattis hat geschrieben:
Freitag 27. Dezember 2019, 19:50
Wer hat der Menschheit eigentlich den Floh ins Ohr gesetzt, dass die obligatorisch zerstörten Seelen im deutschen Kino als DAS Gegenstück zu den ach so lästigen Mainstream-Komödien stehen?

"Das Perfekte Geheimnis" braucht kein kein Gegenbeispiel und Schweiger ist auch kein Anti-Kino.
Er ist, ganz unabhängig vom eigenen Geschmack, ein Herzstück des deutschen Kinos und ich finde es weiterhin unverschämt, seine Millionen Zuschauer abwertend über einen Kamm zu scheren.
Zweifellos wäre es dem deutschen Kino in den letzten Jahren kommerziell schlechter ergangen ohne Schweiger. Trotzdem ist das, was er macht nicht das, was ich unter Kino verstehe. Ich spreche nur von dem qualitativen Aspekt und bedauere es, dass hochwertige Stoffe wie "Atlas" von der Masse nicht gesehen werden wollen, auch nicht, wenn sie in 100 Kinos mehr zu sehen wären, anspruchslose Unterhaltung aber sehr wohl. Qualitativ also in meinen Augen klare Gegensätze und ich bedauere schlicht und einfach ohne Schweiger, Dagtekin oder sonst wen angreifen zu wollen, dass Qualität und ein Mindestmaß an Reichweite und Erfolg nicht öfter Hand in Hand gehen können.

Mattis
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Re: Atlas (04/19)

Beitrag von Mattis » Samstag 28. Dezember 2019, 00:07

Simon hat geschrieben:
Freitag 27. Dezember 2019, 23:34
Mattis hat geschrieben:
Freitag 27. Dezember 2019, 19:50
Wer hat der Menschheit eigentlich den Floh ins Ohr gesetzt, dass die obligatorisch zerstörten Seelen im deutschen Kino als DAS Gegenstück zu den ach so lästigen Mainstream-Komödien stehen?

"Das Perfekte Geheimnis" braucht kein kein Gegenbeispiel und Schweiger ist auch kein Anti-Kino.
Er ist, ganz unabhängig vom eigenen Geschmack, ein Herzstück des deutschen Kinos und ich finde es weiterhin unverschämt, seine Millionen Zuschauer abwertend über einen Kamm zu scheren.
Zweifellos wäre es dem deutschen Kino in den letzten Jahren kommerziell schlechter ergangen ohne Schweiger. Trotzdem ist das, was er macht nicht das, was ich unter Kino verstehe. Ich spreche nur von dem qualitativen Aspekt und bedauere es, dass hochwertige Stoffe wie "Atlas" von der Masse nicht gesehen werden wollen, auch nicht, wenn sie in 100 Kinos mehr zu sehen wären, anspruchslose Unterhaltung aber sehr wohl. Qualitativ also in meinen Augen klare Gegensätze und ich bedauere schlicht und einfach ohne Schweiger, Dagtekin oder sonst wen angreifen zu wollen, dass Qualität und ein Mindestmaß an Reichweite und Erfolg nicht öfter Hand in Hand gehen können.

Du tust es schon wieder. Du qualifizierst alles andere ab, das nicht deiner Interpretation von Qualität entspricht. Viele kommerzielle deutsche Komödien sind extrem hochwertig, haben hervorragende Einfälle und leiden unter einer engstirnigen Denkweise einiger weniger, die versuchen, eine Definition für Qualität Salonfähig zu machen.

Das sind die Leute, die statt Hangover Wes Anderson-Komödien zu Preisträgern machen und statt Avengers eben Joker.

Ich finde, dass wir es in der Filmbranche mit ziemlich engstirnigem Gedankengut zu tun haben.

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Re: Atlas (04/19)

Beitrag von scholley007 » Samstag 28. Dezember 2019, 11:09

Danke erstmal für den Hinweis auf "Atlas" - der aufgrund seiner kurzen Laufzeit in Köln - auch an mir vorbei ging. Da steht die Sichtung auf DVD noch an.
Ansonsten bin ich bei "mattis": ich hab für beide Seiten des Spektrums was übrig - hab auch negative Erlebnisse auf beiden Seiten gehabt (und schiebe aufgrund der geteilten Meinungen immer noch "Toni Erdmann" vor mir her)
So wie ich zu den wenigen hier zähle die den Erhalter des diesjährigen deutschen Marktanteils "Das perfekte Geheimnis" nahezu unwatchable finden, so sehr haben mir Mainstreamkomödien wie z.B."Enkel für Anfänger", "Keinohrhasen" oder "SMS für dich" gefallen.
So wie es mir vor kurzem echt leid tat, dass "Auerhaus" auch weit unterhalb des Radars des Publikums gelaufen ist, wird es vermutlich immer sein: dass ein Film sein Publikum findet. Mal eher, mal später, mal gar nicht. Egal wie sehr einen das frustriert.
Aber Hauptsache, er hat dann wenigstens mich gefunden.... manchmal muss das halt reichen.
Anstatt sich über die Wichtigkeit von Geldbergen die Franchises nun verschieben in die Wolle zu bekommen..... aber auch das gehört zum "Circle of Life" des Filmfan-Seins. Und da mache ich auch nach all den Jahren keine Ausnahme.

Und wie gern hätte ich "Werk ohne Autor" noch auf Leinwand erlebt - der Termin im Seniorenkino im kommenden Februar wird aufgrund meines Schulblocks auch wieder nicht wahrnehmbar sein......

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